No. 2 - happy new year oder so

Erst mal wünsche ich dir ein gutes neues Jahr. Hoffentlich wird meins auch einigermaßen besser als 2014... Die letzten Tage seit meinem 1. Eintrag waren nicht so berauschend. Ich hab's leider nicht durchgehalten und mich am Dienstag wieder geschnitten. Aber es war noch in einem "normalen" Rahmen. Mittlerweile hab ich mich soweit im Griff, dass ich nicht jedes Mal genäht werden muss. Vor 2 Jahren war das anders. Da musste ich fast jeden 2. Tag zum Nähen fahren weil ich mich zu tief geschnitten habe. Aber wenn ich jetzt wieder schwach werde, kann ich die Wunden selbst versorgen und alles ist gut. Naja was genau der Auslöser war hab ich bereits in meiner VA (Verhaltensanalyse) beschrieben und bei meinem Therapeuten abgegeben. Und ehrlich gesagt will ich das alles nicht nochmal aufschreiben also muss ich dich leider in Unwissenheit lassen. Silvester war ziemlich ruhig bei mir. Ich war ganz allein in der WG, da meine Mitbewohner alle nach Hause gefahren sind. Aber ich hatte wirklich nicht die Nerven dafür zu meiner Familie zu fahren. Das wären alleine schon 3 Stunden Zugfahrt und dann war mir einfach der Stress zu groß. Es sind immer fast alle Verwandten bei meinen Eltern eingeladen und dann immer dieses: "Du siehst aber nicht gut aus! Wie geht's dir? Was macht die Therapie? Wie läuft's in der Wohngruppe?". Ich kann's einfach nicht mehr hören, mir hat das schon an Weihnachten gereicht... Aber was soll ich schon machen, bin ja auch teilweise selbst dran schuld und sollte es einfach ertragen. Schön war es nicht wirklich, an Silvester allein zu sein aber ich hab es erstaunlicherweise gut weggesteckt. Mein Therapeut war zwar nicht begeistert, dass ich Alkohol getrunken habe (wegen meiner Medikamente) aber ich hatte einfach mal wieder Lust auf Jack Cola ;-) Und ich hab nicht wirklich viel getrunken weil mir die Wechselwirkungen einfach zu gefährlich sind. Heute hatte ich zum ersten Mal seit den Feiertagen wieder Gruppensitzung. Meine Fresse wie ich das hasse. Jeder sülzt rum und erzählt und erzählt und mich interessiert es einfach einen Scheiß... Und richtig Lust was zu erzählen hatte ich auch nicht. Ich hab mich noch immer richtig mies gefühlt, weil ich mich wieder geschnitten habe. Danach fühl ich mich immer wie ein Haufen Nutzloses Etwas. Vor allem weil ich es ziemlich lange geschafft hab, mich nicht zu schneiden und dann wegen einer Kleinigkeit wieder schwach geworden bin... Das zieht einen wirklich extrem runter. Naja, vielleicht kennst du das ja. Also hoff ich jetzt mal, dass der Start in 2015 besser läuft und ich voran komme. NGU

2.1.15 19:04

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


p-u-c-k / Website (4.1.15 03:33)
Hallo. Ich drücke dir die Daumen, dass es dir mit der Zeit immer besser gehen wird. Es ist bestimmt ein langwieriger Prozess, aber man darf niemals aufgeben, besonders nicht sich selbst. Mehr haben wir ja nicht. Zumindest das mit den Rückfällen kann ich nachvollziehen. Ich hätte mal eine längere Phase, in der ich mich geritzt habe, allerdings nie besonders tief, es ging mir nur um den Schmerz an sich. Irgendwann haben sich meine Lebensumstände gebessert und ich bin davon losgekommen. Das ist schon Jahre her. Allerdings gibt es hin und wieder immer noch Momente, in denen ich glaube, diese ganzen Gefühle nicht anders loswerden zu können. Bei mir war es nicht besonders schlimm, trotzdem fiel es mir schwer, mein Verhaltensmuster zu ändern. Wenn ich mal rückfällig werde, versuche ich mir klar zu werden, dass es früher schlimmer war und ich mittlerweile bewusst weiß, dass es andere Möglichkeiten gibt. Rückfälle sind kein Zeichen von Schwäche, es kommt drauf an, wie wir mit ihnen umgehen, dass wir trotzdem immer wieder aufs neue anfangen, an uns zu glauben. Wir müssen an uns glauben, nicht weil es vielleicht kein anderer tut (wer weiß das schon), sondern weil wir es wert sind. Lass dich nicht runterziehen, nimm es als Ansporn für die Zukunft, es besser zu machen. Ich hoffe, du findest den Kommentar nicht zu vermessen. Das war nicht meine Absicht.


dissociative (8.1.15 15:52)
Danke für deine aufmunternden Worte! Ich freue mich immer, wenn ich so etwas zu lesen bekomme. Danke, dass du mir Mut machst!

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